Arbeitskleidung ist keine Modeentscheidung. Sie ist eine Sicherheitsmaßnahme. Trotzdem gibt es viel Unklarheit: Wann ist Arbeitskleidung Pflicht? Und wer bezahlt sie? Laut einer FNV-Arbo-Studie erhalten zwei von zehn Arbeitnehmern keine notwendigen Schutzmittel wie Sicherheitsschuhe oder Handschuhe. Das gefährdet nicht nur ihre Gesundheit, sondern verstößt auch gegen das Arbeitsschutzgesetz. Zeit also, die Regeln für 2025 klarzustellen.
Gesetzliche verpflichtungen für arbeitskleidung
Laut Arbeitsschutzgesetz (Artikel 3 und 8) sind Arbeitgeber verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit ihrer Arbeitnehmer zu gewährleisten. Das bedeutet, dass Arbeitgeber geeignete Arbeitskleidung basierend auf einer Gefährdungsbeurteilung bereitstellen müssen. Arbeitnehmer müssen außerdem erforderliche persönliche Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhe, Helme und Handschuhe erhalten.
Wann ist arbeitskleidung pflicht?
Arbeitskleidung ist vorgeschrieben, wenn der Arbeitsplatz Risiken für Gesundheit oder Sicherheit birgt, etwa durch gefährliche Stoffe, Arbeiten in der Höhe oder unsichere Umgebungen.
1. Arbeitskleidung im Bauwesen
Beschäftigte im Bau müssen Schutzkleidung tragen, um sich vor herabfallenden Gegenständen und Staub zu schützen. Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe, Helme, Schutzbrillen und Gehörschutz sind Pflicht. Dazu gehören rutschfeste Schuhe, Schutzhelme und Atemschutzmasken.
2. Arbeitskleidung im Gesundheitswesen
Hygiene ist entscheidend. Pflegekräfte tragen Kittel, Handschuhe, Masken und Schutzbrillen zur Vermeidung von Kontamination. Beispiele sind weiße Kittel, Einweghandschuhe und Masken bei Eingriffen.
3. Arbeitskleidung bei gefährlichen Stoffen
Bei Arbeiten mit Chemikalien sind chemikalienbeständige Arbeitskleidung und PSA Pflicht. Diese müssen der Norm EN 13034 entsprechen. Dazu gehören chemikalienbeständige Overalls, Atemschutzgeräte und chemikalienfeste Handschuhe, z. B. in der Petrochemie.
4. Straßenarbeiten und Verkehrssicherheit
Reflektierende Arbeitskleidung ist Pflicht, um Sichtbarkeit zu gewährleisten. Die Norm EN ISO 20471 schreibt reflektierende Materialien der Klassen 2 oder 3 vor. Beispiele sind orangefarbene Jacken und Sicherheitswesten mit breiten Reflektorstreifen.
5. Sicherheitswesten
Sicherheitswesten müssen der EN ISO 20471 entsprechen. Klasse 3 ist an Autobahnen vorgeschrieben, Klasse 1 und 2 kommen in Logistik und Lagerumgebungen zum Einsatz.
Mehr über PSA-Gesetzgebung lesen.
Verantwortung arbeitgeber vs. arbeitnehmer
Arbeitgeber müssen Arbeitskleidung bereitstellen, wenn Risiken bestehen. Sie sind für Kauf und Wartung verantwortlich. Arbeitnehmer dürfen die Kleidung nur für berufliche Zwecke nutzen.
Kosten und erstattung
Die Kosten für Arbeitskleidung liegen beim Arbeitgeber, einschließlich Reinigung und Wartung. Laut Finanzbehörden gilt Arbeitskleidung für berufliche Zwecke meist nicht als steuerpflichtiger Lohn. Auch Reinigungszuschüsse können steuerfrei sein.
Kontrollen und bußgelder
Die Aufsichtsbehörde (Inspectie SZW) überwacht die Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes. Bei Verstößen drohen Bußgelder oder andere Maßnahmen.
Sanktionen
Je nach Schwere der Verstöße kann die Behörde Verwarnungen, Bußgelder oder sogar eine vorübergehende Schließung des Arbeitsplatzes anordnen.
Praktische tipps für die umsetzung
1. Richtlinien erstellen
Erstelle klare interne Richtlinien zur Arbeitskleidung, angepasst an verschiedene Tätigkeiten.
2. Schulungen
Regelmäßige Trainings sorgen dafür, dass Mitarbeitende wissen, wie und warum sie Schutzkleidung tragen müssen.
3. Kommunikation
Halte das Thema präsent in Teamsitzungen, Newslettern und über das Intranet. Sorge für offenen Dialog und Rückfragen.
Mit klaren Richtlinien, guter Schulung und transparenter Kommunikation gelingt die Umsetzung problemlos.
Mehr erfahren? Lies unseren Blog über Pflicht für Sicherheitsschuhe.


